Haus individuell planen: die Raumgestaltung

am 18.04.2019 von Caroline Auer-Marcher

Platzt die Wohnung aus allen Nähten, wächst der Wunsch nach einem Eigenheim mit viel Platz und Fläche für die persönlichen und familiären Bedürfnisse. Man träumt vom Hobbyraum, der Sauna im eigenen Haus oder einfach nur von mehr Stauraum für Schätze, von denen sich das ein oder andere Familienmitglied nicht trennen möchte. Die Anforderungen der zukünftigen Hausbesitzer an die individuelle Hausplanung können unterschiedlicher nicht sein. So ein Zimmer mehr wünscht sich fast jeder. Entweder man ist bereits in der glücklichen Lage oder man entscheidet sich mit einem Hausbau dazu. Eines steht fest: Mit so einem potentiellen Raum, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Ein Raum wird geplant – das Zimmer im Neubau

Haus individuell planen – Der Keller

Entscheidet man sich für einen Neubau, gerät man sicher in Versuchung sich gleich mehrere solcher Räume zuzulegen. Der Keller ist so eine potentielle Spielwiese. Das klassische Kellerstüberl für Partys. Die Sauna und die Infrarotkabine als Wellness-Zone neben dem Fitnessraum. Eine Werkstatt für kleinere Handwerksprojekte und Reparaturen. Ein Raum nur für Deko oder als Möbellager der Designklassiker aus den 60er-Jahren. Ein Bastelzimmer oder zum Einwintern der geliebten Pflanzen. Natürlich kann man diese Räume auch zur ebenen Erde anlegen – alles nur eine Frage der Grundstücksgröße und des persönlichen Budgets.    

Haus individuell planen – Das Erdgeschoß

Auch im Erdgeschoß gibt es ausreichend Potential für die individuelle Raumplanung. Wer will schon immer im Keller seinen Lieblingsbeschäftigungen nachgehen? Ein Zimmer nur für Musik, optimal akustisch gedämmt. Eine Bibliothek mit raumhohen Bücherregalen. Das Heimkino – getrennt vom Wohnzimmer – es haben nämlich nicht immer alle Familienmitglieder zeitgleich das Bedürfnis nach TV und Co. Und welche Hausherrin wünscht sich nicht gleich unmittelbar neben dem Eingangsbereich ihr begehbares Ankleidezimmer, Schuhschrank und Styling-Area inklusive.


Der begehbare Kleiderschrank im Bungalow 140

Haus individuell planen – Der erste Stock

Hat man einen ersten Stock, ist im modernen Wohnbau eine Galerie sehr trendy. Meine Fantasie lässt sich gerade kaum zügeln, denn für mich ist eine Galerie meistens lichtdurchflutet und offen. Auch wenn dieser Raum selten eine Tür hat, bietet er sich für zahlreiche Hobbys an. Das Atelier für die kreativen Hausbewohner oder der Spielbereich für die Kinder könnten dort ideal untergebracht werden. Genauso aber als Homeoffice oder Entspannungszone, für Meditation und Yoga, würde sich so ein Freiraum sehr gut eignen. Steht einem ein passender, freier, abschließbarer Raum zur Verfügung, können die eben beschriebenen Aktivitäten natürlich auch dorthin verlegt werden. Ist man ein geselliger Mensch und hat gerne Gäste bei sich im Haus, bietet sich natürlich eine Kombination mit einem Gästezimmer an.

Sie sehen, hier stehen dem Bauherrn und der Bauherrin viele Optionen offen. Und wer unter den vorhandenen Grundriss-Konzepten nicht fündig wird, kann bei ZENKER individuell planen


Das Arbeitszimmer im ZENKER Konzept 135

Ein Raum ist vorhanden – Das Zimmer im Bestand

Es gibt jedoch auch Hausbesitzer, die durch innerfamiliäre Entwicklungen plötzlich ein freies Zimmer im Haus haben. Bevor man diesen Raum planlos und wahllos mit Hausrat befüllt, könnte man sich durchaus überlegen, ob die gesamte Raumplanung nicht einen sanften Relaunch vertragen würde.

Oft bedarf es nur kleiner Änderungen und aus einer Rumpelkammer wird der lang ersehnte Hobbyraum. Wenn auch die anderen Familienmitglieder etwas von diesem neuen Platzgewinn haben sollen, spricht nichts gegen eine Mehrfachnutzung der gewonnen Wohnfläche. Meistens genügen bereits ein paar individuelle Möbelstücke, um den unterschiedlichen Wünschen und Anforderungen gerecht zu werden.

Die Raumlösungsidee

Wir haben im Zuge unserer Hausrenovierung so einen Raum – mit Ablaufdatum – dazu gewonnen. Irgendwann wird dieses Zimmer ein weiteres Kinderzimmer. Solange die Kinder aber noch klein sind, teilen sie sich eines. Bis es soweit ist, verwenden wir dieses Zimmer als Hobbyraum, Homeoffice, Atelier, Werkstatt, Fernsehzimmer und Schrankraum. Ach ja – und als Gästezimmer.

In diesem Zimmer befindet sich ein großer Schrank mit Schiebetüren für allerlei Verstauenswertes, eine ausziehbare Couch, ein Schreibtisch zum Basteln und Arbeiten und Stauraum für Deko, Stoffe, Spiele, Nähmaschine, Bastelutensilien und vieles mehr. Der Raum und die Möbel sind generell so angelegt, dass dort jederzeit auch Besuch übernachten kann, ohne sich optisch erschlagen zu fühlen. Dieses Zimmer ist auch ein Rückzugsort für uns, wenn wir mal nicht mitten im Trubel sein möchten und uns nach einer Ruhezone sehnen.   

Es geht jedoch noch kleiner

Vor unserem Umbau war die Raumplanung in unserem Haus recht überschaubar. Unsere Familie war damals auch noch kleiner, die Anforderungen an den verfügbaren Raum jedoch eher größer. Mein Hobby – das Nähen von Seilobjekten – benötigte Platz, der nicht vorhanden war. Außerdem ist das Nähen mit Seil neben einem Kleinkind eine spezielle Herausforderung. Wir hatten einen alten Schrank, den mir mein Mann zu einem Arbeitsplatz umgebaut hat. Mein Homeoffice, meine Werkstatt, mein Lager, meine kreative Zone. Mit Klapptisch, Licht und Stromanschluss. Platz für Laptop, Nähmaschine und die Bürokratie. Und das geniale an dieser Schranklösung ist, sie steht mitten in der Küche, unserer primären Begegnungszone! Ich kann also meine Multi- und Muttitasking-Fähigkeiten dort ausüben, wo sich bei uns alles abspielt. Kommt Besuch, wird dieser Multifunktionsplatz einfach zugeklappt. So ist auch optisch immer für Ordnung gesorgt. Mehr individuelle Raumplanung geht fast nicht … oder?

5 Impulse für Ihre individuelle Raumplanung

  • Überlegen Sie, welche Aktivitäten im verfügbaren Zimmer möglich sind. Ist genügend Licht, Ruhe, Platz? Berücksichtigen Sie die architektonischen Gegebenheiten. Und wie viel Zeit werden Sie in diesem Raum verbringen?
  • Denken Sie bei der Umgestaltung auch an Ihre Familie – eventuell kann man mittels kleinerer Umbaumaßnahmen den Raum auch für andere Bedürfnisse nutzen. Hier denke ich an Zimmertausch, Zwischenwände oder Sichtschutzlösungen.
  • Eine durchdachte Umgestaltung kann auch zusätzliche Freiräume für andere Hobbys oder Interessen schaffen. (Als Beispiel: Der Heimtrainer des Hausherrn wandert von der Galerie in den neuen Wellness- und Fitnessraum in den Keller – auf der Galerie entsteht Freifläche für die schon lange gewünschte Staffelei der Hausherrin – eine WIN-WIN-Situation)
  • Haben Sie ausreichend Stauraum für sämtliche Sportgeräte oder saisonale Dekomaterialien. Wäre es nicht schon längst nötig, auszumisten bzw. zu sortieren – So ein zusätzlicher Raum bietet sich dafür an!
  • Überlegen Sie gut, wie Sie das neue Zimmer gestalten – denn, steht einmal der ungeliebte Wäscheständer drinnen, oder der Heimtrainer wird mit Kleidung zugehängt, vergeht einem oft die Freude am neuen Rückzugsort!

Mein persönlicher Traum vom Raum

Hätte ich die Möglichkeit, für mich so einen Raum zu gestalten, würde ich meine Vorstellungen bereits bei der Grundrissplanung intensiv strapazieren. Ich vermisse bei den meisten Neubauten einen vorgelagerten, großzügigen Nebenraum. Einen Raum, wo sich alle unschönen Sachen sammeln dürfen. Schmutzig Schuhe, Gartenkleidung, Jacken, Mäntel, Einkäufe, Haushaltshelfer, … ich schreib hier einfach mal: eine Dreck- und Lager-Schleuse. An- bzw. Abgekoppelt vom eigentlichen Eingangsbereich. Unmittelbar daneben eine Waschküche, die wiederum Zugang zu einen überdimensionalen Schrankraum für die ganze Familie bietet – von dem aus auch das Familienbadezimmer begehbar ist. Mit so einer Raumplanung könnte man viel Freiraum im restlichen Wohnbereich für Hobbies oder andere Aktivitäten schaffen! Das ganze ausgestattet mit durchdachten Regal- und Schranksystemen, um eine gewisse Grundordnung zu gewährleisten. Das wäre dann mein perfekter Hobbyraum: ich liebe es, Sachen zu sortieren, zu schlichten und aus den Augen zu haben, wenn ich meinen anderen Interessen nachgehen möchte.

Ja, auch das ist individuelle Raumplanung!

Und – konnte ich Sie inspirieren? Wenn man einmal so einen Raum dazu gewonnen hat, kann man sich nur mehr schwer von ihm trennen. Aber was wäre so ein Haus ohne dass man es individuell für die persönlichen Anforderungen und Bedürfnisse verändern kann. Auch kleine Adaptionen im Raumplan zeigen oft große Wirkung – und meistens profitieren auch die Mitbewohner.


Caroline Auer-Marcher

bloggt auf http://www.dawuschn.at
Die Teilzeitbloggerin schreibt seit 2013. Ursprünglich, um auf die Kreationen aus ihrer Seilmanufaktur aufmerksam zu machen. Inzwischen philosophiert die pendelnde Workingmum auf ihrem Blog, mehr oder weniger regelmäßig, über das Landleben, Haus- und Gartenprojekte und was ihr sonst noch unter den Nägeln brennt. Ein bunter Mix ohne Fokus und Blattlinie!

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